Geschichte

1974 Bau und Planung der Rheinuferbahn

Im Jahr 1974 entschlossen wir uns eine Gartenbahn aufzubauen. Bis aber der erste Zug über die Geleise dampfen konnte, galt es jede Menge Probleme aus dem Weg zu räumen. Nach vielen Verhandlungen kam uns ein Stadtrat von Stein am Rhein zu Hilfe. Einige Wochen später galt es, die Behördenmitglieder bei einem Lokaltermin zu überzeugen. Auf der Stadtgartenwiese bauten wir ein Stück Geleise auf, stellten eine Lok darauf und brachten so den versammelten Stadträten unser Anliegen vor.

Die Stadträte hatten offenbar Spass an der Sache und waren mit dem Vorhaben einverstanden

1974 Erste Fahrt

Im Frühjahr 1974 konnten wir erstmals Dampf aufsetzen. Von Anfang an war unsere Rheinuferbahn ein voller Erfolg.

Zu Beginn fuhren wir mit 5"-Loks und 7¼"-Wagen. Die Geleise führten vom Wäldchen am Teich vorbei in die Stadtgartenwiese. Dort befuhren wir das Oval einmal, dann musste der Zug wieder zurück zur Station gestossen werden.

Die ersten Lokomotiven waren selbst gebaute, amerikanische Modelle vom Typ Atlantic der Pennsylvanien RR. Sie beförderten bereits 20 Erwachsene, waren aber im Sommer überlastet

1975 Eine neue grössere Lok

Es musste sofort eine grosse starke Lok gebaut werden. Wir entschieden uns für eine Niagara 4-8-4 von 2,4 Meter Länge in Spur 5" die schwere Züge befördern konnte. Diese Lok hatte die Ehre, zweimal an einem Steam-Festival in Tokyo dabeizusein

1976 Die erste grosse Dampflok im Massstab 1:4

Da die ganze Strecke auch mit 7¼" ausgestattet war, bauten wir eine erste Dampflok in Spur 7¼" die wie eine Waldenburg aussah aber nur 2 Achsen hatte. Die Maschine wurde, wie könnte es sonst sein, auf den Namen „Stein am Rhein" getauft. Sie lief viele Jahre zuverlässig und wurde von der Bevölkerung liebevoll „Steinerli" genannt

1977 Verlängerung und Ausbau der Strecke

Die Anlage genügte unseren Ansprüchen nicht mehr. Wir beantragten deshalb beim Stadtrat eine Verlängerung der Strecke bis zum Strandbad und ein Bahnhof mit Drehscheibe, auch dieses Projekt wurde uns spontan bewilligt. Wir machten uns sofort an die Arbeit und im gleichen Jahr wurde die Strecke eröffnet

1978 Waldenburger Dampflokomotiven im Massstab 1:4

Zwei neue Waldenburger konnten an der Eisenbahnausstellung (Basel) ausgestellt werden. Die beiden prachtvollen neuen Maschinen wurden vom fachkundigem Publikum bestaunt, sogar Bundesrat Brugger besuchte unseren Stand.

Mit der neuen Strecke und den beiden Waldenburgerli war es ein Genuss die Strecke zu befahren.

1979 Verlegen der Station im Parkplatz Untertor

Die erste Station der Rheinuferbahn war zwischen vielen Bäumen etwas versteckt. Darum verlängerten wir die Strecke und verlegten den Bahnhof auf den Parkplatz Untertor

1980 Dampflok Mölm

Die Bahn war inzwischen sehr bekannt geworden und bedurfte einer noch stärkeren Dampflok. Auf einer Reise in Deutschland entdeckte Charles Ball eine alte Feldbahnlok, Jahrgang 1897, gebaut von Hohenzollern. Sie sah so aus wie Kinder sich eine Dampflok von „Jim Knopf" vorstellen, so wurde die Mölm im Massstab 1:3 nachgebaut. Sie lief über 50.000 km und hat viele tausend Fahrgäste befördert

1991 Neubau der Liliputbahn

Die Strecke war inzwischen alt und reparaturbedürftig geworden. Wir wollten eine neue Bahn mit zwei Spuren 7¼" und 14½" bauen auf der unsere alten Brast Loks auch wieder dampfen sollten. Doch es kam anders. Der Einspruch eines Einwohners gegen die Bahn kam bis vors Schweizer Bundesgericht.

Die Bevölkerung des Städtchens und Umgebung hat uns bei diesem Prozess sehr geholfen und uns mit über 3500 Unterschriften ihre Sympathie bekundet. Die ganzen Verhandlungen haben fast 4 Jahre gedauert

1995 Dezember Entscheid des Bundesgerichtes

Das Bundesgericht hat im Dezember 1995 die Signale auf freie Fahrt gestellt. Jetzt musste schnellstens noch die AG gegründet werden. Die Steiner Liliput Bahn AG war geboren und es konnte losgehen

1996 Im Januar Beginn der Bauarbeiten

Charles Ball hatte sich vorgenommen die Kanalisation, den Schuppen, die Treppen, die Stützmauern aus Sandstein, sowie die ganzen Plätze mit Pflasterung, die Koffer für das Trasse usw. selber zu machen. Schnell musste er einsehen, dass es ohne eigenen Bagger und einem Lastwagen nicht möglich war die ganzen Erdbewegungen zu bewältigen. Als 67 jähriger lernte Charles Ball noch mit einem Kleinbagger zu arbeiten. Zügig wurden die Plätze, Wege und auch die Blumenrabatten fertig gebaut. Mit bewundernswerter Energie pflanzte Vreni Ball alle Rabatten mit viel Liebe und Können an. Die vielen Besucher waren von der vielfältigen und leuchtenden Blumenpracht begeistert.

Ende Sommer konnte der Bahnhof montiert und gestrichen werden. Es wurden Eisenbahnschwellen und Weichen gebaut und die Geleise von freiwilligen Helfern an unzähligen Samstagen verlegt.

Es war nun soweit, die Probefahrt konnte stattfinden. Bei strahlendem Herbstwetter wurde angeheizt

1996 Neuer Bahnhof

Oben an der Stelle des alten Bahnhofs beim Bootshafen steht ein Bijou von einem Stationshäuschen im Massstab 1:2, ein Nachbau der Talstation der Brienz-Rothornbahn. Die Gleisanlage wurde in der bestehenden Form erhalten. Stärkere Schienen wurden verlegt mit zwei Spuren 7¼" und 14½". Neu im Hettler (Obstgarten) fährt die Bahn doppelspurig bis zum Stadtgarten.

Völlig neu wurde der Modelllokschuppen im Stile eines Rundhauses aus den 30er Jahren im Massstab 1:4. Das Ganze wurde integriert in die grosse Kehrschlaufe, kombiniert mit einem mit Erde überschüttetem Tunnel. Vor dem Schuppen liegt eine Drehscheibe mit ihren fächerförmig verlegten Geleisen. Der Tunnel kann am Ein- und Ausgang mit Toren verschlossen werden, so dass die Wagen darin untergestellt werden können

Einmalige Exponate im Einsatz

Für den Betrieb der Liliput Bahn mit Dampf stehen einmalige Lokomotiven bereit, die das Herz jedes Eisenbahnfreundes höher schlagen lassen. Dazu kommt, dass im Lokschuppen auch Leihgaben von Privaten und anderen Museen ausgestellt werden. Mit der Inbetriebnahme der „neuen" Eisenbahn-Modellanlage hat das Städtchen eine zusätzliche Attraktivität gewonnen, was viele Steiner inzwischen sehr zu schätzen wissen

1997 Wiederaufnahme des Betriebes

Die Steiner Liliput Bahn AG hat ihren Betrieb an Ostern 1997 wieder aufgenommen

1999 Betriebseinstellung wegen Hochwasser

Nach den gewaltigen Regenfällen Ende Mai und Anfang Juni trat der Rhein am 22.5.1999 über die Ufer. Teilweise wurden auch die Gleisanlagen knietief überflutet. Dank dem enormen Einsatz von Charles Ball, welcher Pumpen und Sandsäcke organisierte und plazierte, drang kein Wasser in den Lokschuppen ein. Das Gebäude ragte wie eine Insel aus dem Wasser. Trotzdem mussten etliche Stunden für Aufräumarbeiten investiert werden, bis am 11.7.1999 der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte

2001 Wir sind im Internet

Ab dem 01.01.01 sind auch wir mit unserer Homepage im Internet vertreten

2011 Gründung Liliput Bahn-Verein Stein am Rhein

Am 01.07.2011 wurde in Stein am Rhein der Verein mit dem Zweck zur Unterstützung der Liliputbahn gegründet.

Anzahl Besucher seit dem 01.01.2001:

up

Aktualisiert am 11.03.2012
© 2001 - 2012 by Steiner Liliputbahn AG, Stein am Rhein (CH)
Kontakt zum Webmaster: